Ultralauf 8.0

Am 14. Februar 2020 starteten wir in Dresden zur ersten der drei Etappen des Ultralauf 8.0.
Das Hotel “Dresdner Hof” in Zittau war dabei an allen drei Tagen unser Ziel.

1. Etappe : führte uns durch die Sächsische Schweiz an der Grenze Tschechiens nach Zittau  (ca. 85 km)

2. Etappe : führte uns zu Richtug Görlitz zum Bertzdorfer See und zurück (ca. 75 km)

3. Etappe : hier hieß es: Eine Runde über die Lausche und zurück (ca. 45 km)

Laufberichte 2020

Pierre Wellhofer

Was für eine Erfahrung für mich!

Ich habe am Ultra Lauf 8.0 Zittau teilgenommen. Bis ich letztendlich 17km vor dem letzten Finish aufgeben musste. Oh nein…aber selbst gehen war nicht mehr drin. Weil meine Sehne am Knöchel so dick geworden ist und ein Laufen nicht mehr möglich war. Und das andere Bein durch die Fehlbelastung genauso schlapp machte. Der Physiotherapeut sagte: Stopp! Sonst akute Entzündungsgefahr und mehrere Monate Laufpause durch Entzündungen. Also schweren Herzens aufgehört. Mit 183 Gesamtkilometern auf dem Tacho. Nun gut….dann soll es so sein.

Bin ich stolz auf das Geleistete und die Entscheidung die ich getroffen habe! Hartmut hat gesagt, dass ich der Läufer mit den meisten Gesamtkilometern bin. Wow…. ich muss rückblickend sagen, die Organisation, Verpflegung und die Atmosphäre waren super. So gut gegessen habe ich schon lange nicht mehr. Dankeschön Hartmut und Familie sowie an die vielen Helfer. Klasse gemacht!

Die erste Etappe führte von Dresden nach Zittau. Wunderschöne Strecke auch der Hohwald Abschnitt war wunderschön. Die Wege waren teilweise sehr anstrengend durch den Matsch und die umgestürzten Bäume. Begleitet von Regen. Einige Teilnehmer waren am Limit und dadurch hat sich die Ankunft nach 85 Kilometern auf 21:00 Uhr verschoben. Aber keiner wird zurück gelassen. Am schlimmsten war es, im Dunkeln durch den Wald auf zerwühlten Matschwegen zu laufen. Das verlangt nochmal einiges von den Läufern ab, um nicht zu stürzen. Total kaputt nach dem Abendessen 23:00 Uhr ins Bett gefallen.

Denn um 5:45 Uhr war Frühstück und 7:00 Uhr wie jeden Tag scharfer Start nach dem Aufwärmen mit Norman….Danke dafür. Und let’s Go! Bei Sonnenschein aber windigem Wetter wurden die 70 Tageskilometer bewältigt. Es ging an der schönen Neiße entlang zum Kloster Marienthal. Wunderschön! Aber die schlimmsten ersten 20 km für mich überhaupt. Beinmuskeln wie Blei! Der Streckenguide wechselte und der frische Läufer zog das Tempo ordentlich an. Ich musste beißen, um dran zu bleiben. Durch mehrere mentale und körperliche Tiefs hindurch gelaufen. Die letzten 10 Kilometer ging ich auf dem Zahnfleisch. Nach 70 Kilometer um 18:30 Uhr angekommen. Völlig kaputt.

Sonntag ging es um 7:00 Uhr wieder los Richtung Zittauer Gebirge ganz hinauf auf dem höchsten Streckenpunkt, dem Weberberg, bedeckt mit Schnee. Kondition war kein Problem aber die Beine wollten nicht mehr. Die Sehne hat immer mehr geschmerzt. Es ging noch auf die Lausche und den schönen Sandstein Felsen Falkenstein. Aber im Wechsel zwischen leichtem Trappen und Gehen wurden die Schmerzen unerträglich. Bis endlich die Entscheidung viel…..Schluss jetzt hier. War Top … aber die Grenze, wo es gefährlich wird für die eigene Gesundheit, wird sonst überschritten. Mein liebe Freundin @phoenphid hat mir jeden Tag Mut und Kraft gegeben – ich bin so stolz auf sie. Fazit: tolle Landschaft….tolle Leute….tolle Organisation….Top. Und es gab immer was zu lachen 😂.

Ein ganz besonderer Lauf, der aber aufgrund seiner Distanz und fehlenden Regenerations Tagen nicht zu unterschätzen ist. Dankeschön an alle.!

 

Pierre

René Hillebrand

 

Wurzeln, Wind, weiter geht’s…

…schon ist ein Jahr wieder rum, die Planungen & Vorbereitungen sind abgeschlossen und um 5:15 Uhr klingelt der Wecker: Der Ultralauf 8.0 startet in weniger als zwei Stunden. Die Vorbereitung am Vortag verlief optimal, also Laufklamotten an, kurz was essen, Kaffee und raus – unser WLAN-Experte und Helfer Franz wollte kurz vor sechse mich mit dem E.INFRA-Bus abholen. Zack die Grundstraße hoch zum Treffpunkt in Bühlau und dort, als Hartmut die magnetischen Werbefolien an den Fahrzeugen befestigt hat, dann festgestellt, dass die extra dafür beschafften Haftmagnete noch zuhause liegen. Also wieder rein in den Bus, Grundstraße runter, Magnete geholt, Grundstraße rauf und es gerade noch auf das Gruppenfoto geschafft.

Die Weiterfahrt Richtung Rossendorf verlief problemlos und so konnten wir Freitag früh pünktlich um 7:00 Uhr zur ersten Etappe des Ultralauf 8.0 starten – unser heutiger Guide sollte Thomas sein. Als Neuerung gegenüber dem Vorjahr hatten wir an jedem Verpflegungspunkt WLAN mit guter Internetanbindung dabei. So konnten Läufer und Helfer Fotos & Videos direkt in die sozialen Medien laden und den Daheimgebliebenen quasi Livebilder von der Strecke senden.

Die ersten Abschnitte bis Neustadt waren eher flach, ruhig und entspannt. In Neustadt meinte Thomas, dass er sich nun seine Trailschuhe anzieht und dass ihm es alle Läufer gleichtun sollten. Ich hatte keine Trailschuhe dabei und dachte mir – wird schon gehen, bissl Anstieg jetzt, was soll im Wald schon passieren. Oje, oje – das Wetter war eigentlich perfekt für einen Ultralauf auf Asphalt – ca. 5°C und leichter Nieselregen – genau mein Wetter. Allerdings hatte ich die Sächsische Schweiz im Allgemeinen und den Hohwald incl. Grenzweg im Besonderen nicht auf dem Schirm. Die Anstiege waren natürlich Gehberge aber deswegen nicht weniger anstrengend und auch runterzu wurde es nicht einfacher – schmale Pfade, nasser, rutschiger Untergrund und Wurzeln, Wurzeln über Wurzeln – nach dem VP an der Klinik Hohwald konnte ich keine Wurzeln mehr sehen – es sollten aber noch viele kommen. Der Grenzweg war natürlich traumhaft – vorbei am Nordkap (nördlichster Punkt Tschechiens) und okkulten Stätten längst vergangener Zeiten (hieß Sonnenberg oder so ähnlich).

An VP 7 ist Jens dann eingestiegen – er sollte sich für den weiteren Verlauf der Etappe mit Thomas die Streckenführung teilen – und sorgte für frischen Wind in der Gruppe 😀 Am VP 8 in Wehrsdorf bin ich dann ausgestiegen – zu anstrengend waren die Berge der Sächsischen und zu viele Kilometer (auch auf der letzten Etappe, die ich ja noch laufen wollte) lagen noch vor mir. Also Klamotten gewechselt und rein in den warmen WLAN-Bus bis zum nächsten VP. Dort angekommen gerade weggenickt also noch einen VP abgewartet, wohl wissend, dass der Wiedereinstieg immer schwerer werden würde. Als wir am VP 10 angekommen sind, bin ich dann sofort aus dem Bus raus und begann, die müden Knochen wieder beweglich zu machen, bevor die Läufergruppe den VP erreicht. Das hat ganz gut geklappt und damit konnte es dann weiter gehen. Die restlichen VPs sollten ja eher flach sein…

3 VPs später – wir waren bereits in die Dämmerung reingelaufen – habe ich dann für mich festgelegt, noch einmal die Gruppe für zwei VPs zu verlassen, um etwas zu regenerieren und den letzten Abschnitt nach Zittau zum Hotel mitlaufen zu können. Das war auch gut so, denn zu diesem Zeitpunkt konnte ich nicht mehr so recht das Tempo halten. Also wieder rein in den Bus, diesmal nicht weggenickt und am VP 15 mit Ankunft aus dem Bus raus – Bewegung. Das war echt hart, am Anfang sehr unrund und auch mit dem Weiterlaufen nach Zittau nicht wirklich besser…

Kurz nach neune sind wir am Hotel angekommen, Thomas Worte waren ungefähr: “…und jetzt noch einmal vorne rechts und dann: Freuen!!!” Ich hatte am Ende des Tages von den 85 km gute 68 auf meiner Uhr und war damit sehr zufrieden!

Den zweiten Tag hatte ich komplett zur Regeneration geplant, also mit den Helferfahrzeugen mit, Franz bissl beim WLAN-Auf- und Abbau geholfen und viele Fotos geschossen.

Viel Zeit im WLAN-Partybus verbracht und mit der Familie Kohn die Jindrich Staidel Combo mit “Mädgen aus Petrovic” gehört – berühmt für die Passage “Hm hm die Sorgen weg” 😀

Die dritte Etappe startete natürlich auch pünktlich um 7:00 Uhr am Sonntag – der Erholungstag zuvor hatte wirklich geholfen. Jens als Guide führte uns sicher auf dem Track zunächst aus Zittau raus und dann über einen Acker Richtung Zittauer Gebirge. Schön windig war es – wir sind fast weggeflogen – und es ging stetig bergan. Das war aber noch nichts gegenüber dem, was noch kommen sollte – der Aufstieg zum Lausche-Kammweg. Ich würde mal sagen ca. 20% Steigung, an einigen Stellen eher mehr und ziemlich schnell auch eine geschlossene Schneedecke. Im Schnee Abdrücke von sehr großen Tieren – ich hätte ja auf Bären getippt – waren es aber wohl nicht. Vorbei am Weberberg, dem höchsten Punkt der Tour bei 708 m ging es den malerischen und verschneiten Lausche-Kammweg entlang. Auf die letzten 80 Höhenmeter zur Lausche rauf hatten wir ja aus Sicherheitsgründen verzichtet – das hätte vielleicht raufzu geklappt aber runterzu nur auf dem Hosenboden. Selbst der Abstieg nach Waltersdorf war für mich nur mit Spikes zu bewältigen. Zu diesem Zeitpunkt wurden die Sehnenprobleme unseres Mitläufers Pierre immer stärker. Er war der letzte Läufer mit zu diesem Zeitpunkt kompletter Strecke. Bei mir machte sich das lädierte rechte Knie wieder bemerkbar aber es musste ja irgendwie weiter gehen.

Und es ging auch weiter – auf dem Cottaweg. Wieder schön rauf und runter und Jens meinte immer wieder: “Das sei der letzte Anstieg” – war es aber nicht.

Vorbei an tollen Aussichten und am Mönchsfelsen ging es dann durch den Wald langsam runter nach Oybin. Dieser Abschnitt war hart – wieder matschige, schmale Wege mit Wurzeln, Wurzeln & wieder Wurzeln und dann auch noch ein schön abschüssiges Stück Harvester-Track – da durch zu kommen war bissl wie Bodengymnastik. Naja und da im Wald ja links ein Baum steht und rechts auch und oft in der Mitte noch einer, haben wir an einer Stelle frecherweise den Weg abgekürzt – zu diesem Zeitpunkt unwissend wegen der Bäume – was von Chef Hartmut natürlich und zu Recht (:D) sofort am VP gerügt wurde…

Im weiteren Verlauf der Strecke hatte ich immer mehr mit mir und meinem Knie zu kämpfen. Pierre musste leider kurz vor dem Ziel aufgeben – das muss man erstmal können und das ist wohl schwieriger als die 200 km komplett zu laufen.

Aber 15:30 Uhr war es dann geschafft – Ultralauf 8.0: 1. Etappe fast komplett, 3. Etappe komplett – herrlich: Am Wochenende 110 km gelaufen…

Besten Dank an Hartmut für die Organisation an alle Helfer & Läufer – es war so geil mit Euch und ohne Euch wäre ich keine 20 km gelaufen. Besten Dank auch an “meine” beiden Guides Thomas & Jens, die beide einen hammermäßigen Job gemacht haben – im Vorfeld wie auf den Etappen.

Und das Hotel “Dresdner Hof” in Zittau hat es auch rausgerissen mit tiptop Unterkunft und erstklassigem Essen.

2021 dann etappenweise auf allen drei Etappen oder zwei Etappen komplett durchziehen? – Wir werden sehen…

 

René

Etappe 1

Etappe 3

Uwe Klinger

Ultralauf 8.0 Zittau + X

Eine gewisse Laufplanung macht sicherlich jeder. So hat man eine ungefähre Ahnung, was im Jahr anliegt. Manchmal kommt es allerdings anders. Mein erster Lauf sollte der Kristallmarathon in Merkers sein. Jeden Monat etwas steigern und im Juni dann den Großen an der Zugspitze. Doch dann schreibt die Schwester, dass ein paar Verrückte von Dresden in die Heimatstadt nach Zittau laufen. Das kann man sich doch nicht entgehen lassen, klar, sicher, logo. Also Kontakt aufgenommen mit dem Veranstalter Hartmut. Nach einigen Telefonaten, dann ein Treffen an seinem Stand beim Dresden Marathon. Also klar, machen wir, laufen wir von Dresden nach Zittau. Hartmut lief dann beim Dresden Marathon, die Strecke den Läufern, die noch unterwegs waren, entgegen. Ja, bei einer ordentlichen Leistung von 3:26 h, war er lange vor mir im Ziel. Da sprechen wir von Ultra laufen und trödeln in 5 Stunden ins Ziel. Aber der Ultraläufer weiß, Zeit ist nicht immer alles. Nach der Anmeldung bei Hartmut, ging es natürlich darum, das Training schneller hochzuschrauben, als geplant. Gut, geht ja auch, man braucht nur Ziele. Vier Wochen hartes Training, darunter ein selbst geplanter 80´er, läuft, macht sogar richtig Spaß. Dann am 14.Februar war es dann so weit. Ein kleines Grüppchen von 16 Läuferinnen und Läufern hat sich an der Bautzener Landstraße zusammengefunden. Man, sehen wieder alles schnell aus, aber ich laufe trotzdem mit, im Notfall alleine. Nach Zittau finde ich immer. Hallo gesagt, Mütze und Shirt bekommen und ab zum Start. Wunderbar, endlich gehts los. Hartmut ist sogar am Anfang mitgelaufen, trotz, fast auskurierter Verletzung. Die Strecke zieht sich über Felder, durch Wälder.

Aller 5 Kilometer wurde ein Verpflegungspunkt eingerichtet, mit Hot Spot, wenn es mal kein Netz gab. Warmer Tee, geschmierte Brote, Gemüse, Obst, alles da – mega. Ab und zu regnet es, das ist auszuhalten, noch. Franziska und Georg hopsen die Berge hoch, wie im besten Training. Es sind doch 90 Kilometer zu laufen, man man man. Bei der Hälfte stieg dann Franziska aus und begleite den Tross im Versorgungsfahrzeug. Kathrin und Jens stiegen dann ein, und das Tempo zog ganz schön an. Die Neuen waren ja noch frisch, also knüppeln wir halt, begleitet von Regen und erfrischenden Wind. Immer noch aller 5 Kilometer die Verpflegungsstellen. Langsam kriecht die Kälte durch die feuchte Kleidung, ein Traum, aber ist ja alles endlich. 30 Kilometer vor dem Ende stieg dann Norman ein. Wieder so ein schneller, der jeden Berg scheinbar spielend hochjumpt. Die Gesprächspartner wechseln. Viele kennen sich, aber ich war bis dahin mit Jeder/m im Gespräch. Gut, ehrlich und kernig, wie man das von Ultraläufern gewohnt ist. Das Ende ist nah. So langsam wird es schwer. Oft muss ich abreißen lassen, die Kolonne wartet oft an den VP´s auf mich. Kalt, dunkel, Regen im Schein der Stirnlampe, aber die Toten werden heute Abend gezählt. Richtung Mittelherwigsdorf läuft es dann mal etwas besser bei mir. Noch über die Felder und dann müsste doch schon Zittau zu sehen sein. Von weitem droht Turow, mit seinem blutroten, künstlichen Horizont. Dann, endlich, der Kummersberg, Richtung Bergstraße, da wohnen Freunde von mir, zu Hause, geschafft, also fast. Den Zittauer Bahnhof auf Sichtweise, lassen wir links liegen und laufen die Tongasse runter, Richtung Hotel Dresdner Hof. Die letzten Meter verfliegen, alles geht so einfach, jetzt. Noch über die Mandau und dann, auf der rechten Seite, mein alter Kindergarten, heute der Dresdner Hof.

Eine wunderbare Sache das lange Ding geschafft zu haben. Strecke gerockt, neue Leute kennen gelernt, Spaß gehabt. Danke Hartmut für den schönen Lauf. Am Sonnabend ging es dann für uns weiter nach Merkers, der Kristallmarathon wartet. In Herrnhut kamen uns dann die Begleitfahrzeuge der Ultraläufer entgegen. An diesem Tag haben die sich, einen sicherlich schönen, 70 Kilometer Lauf gegönnt. Start Richtung Görlitz, dann über Herrnhut wieder zurück. Am Sonntag gab es dann zum Runterkommen, noch einen 30´er durchs Zittauer Gebirge. Hart, hart, sind echt verrückt die Dresdner, mega. Bei mir lief es dann in Merkers, bei bis zu 27 Grad, mit 4:50 Stunden ganz gut. Eine schöne Ergänzung zum freitäglichen Regenlauf. Mal sehen, was der Hartmut sich dann für nächstes Jahr ausdenkt. Ganz grob hatte er was mit Görlitz geplant. Ich bin gespannt. Grüße und danke an alle Helfer und Läufer für die guten Gespräche und die Geduld. Bis zum nächsten Mal

Dynamische Grüße von Uwe

Marcus Oertel

Der Ultralauf 8.0 wird für mich immer in Erinnerung bleiben. Schon deshalb, weil er mein erster Ultralauf ist. Noch 1-2 Jahre vorher, als ich Hartmut schon kannte und vom Ultralauf Dresden hörte, hätte ich mir nicht im Traum vorstellen können, einmal einen Ultra zu machen. Dann, 2019, wagte ich mich zum ersten Mal an einen Marathon. Und wie es so kommen musste, wollte ich danach noch weiter, noch längere Distanzen laufen. Ich entschied mich, Etappe 2 und 3 mitzulaufen.

Der erste Tag mit allein 85km flößte mir als Auftakt zu viel Respekt ein. Zittau + X stand auf dem Plan. Besonders auf die Berge am dritten Tag freute ich mich, weil ich die Gegend schon von Wandertouren her kannte. Es gab im Vorfeld eine ausführliche Vorbereitung mit mehreren Team-Treffen und viel Info im Gruppenchat. Hartmut ist da ganz geduldig und akribisch. Besonders für mich als Neuling waren die Hinweise sehr hilfreich. Ich hab dann den ganzen Winter hindurch in der Dresdner Heide regelmäßig trainiert. Und nach schier endlosem Warten war es dann Mitte Februar so weit: Der Ultralauf 8.0 ging los!

Als Neueinsteiger am zweiten Tag war ich zusammen mit Knut Schulz, der mich freundlicherweise mit nach Zittau genommen hatte, oft vorn. An das langsame Tempo musste ich mich erstmal gewöhnen. Auf den ersten 30 km bis zum Berzdorfer See ging es wie im Flug. Einmal sagte ich zu Jens, dass ich so ewig laufen könnte. Nun, das sollte sich ändern… Kurz vor Kilometer 50 in Herrnhut ging’s bei Gegenwind stetig einen Berg hoch, den Knut und ich flott absolvierten. Oben am Verpflegungspunkt stand Hartmut und dämpfte uns, damit wir uns nicht schon zu zeitig verausgabten. Ich solle auch an morgen denken. Und wie bestellt reagierte mein Körper danach mit einem Tief, um mir die Grenzen aufzuzeigen. Bis Großhennersdorf baute ich mächtig ab. Danach ging’s mehrere Kilometer über offenes Feld bei eisigem Gegenwind. Das war hart! Meine Hände gefroren und die Kraft in den Beinen ließ weiter nach. Die vorletzte Etappe mit 9 Kilometern zog sich endlos. Erst danach kam die Kraft auf dem letzten Stück zurück. Geschafft und glücklich erreichte ich nach reichlich 70 km mit der Gruppe Zittau, Hotel Dresdner Hof! Duschen, Massage, Essen und sofort Schlafen. Herrlich! Am dritten Tag merkte ich schon beim Aufwärmen mit Norman, wie es überall in den Beinen zog. Erstaunlich, dass der Körper dann nach 1-2 Kilometern doch wieder ganz gut kann. Heute zog Franzi vorne davon, anfangs blieb ich mit dran. Gemeinsam liefen wir aus Bertsdorf eine fiese Wiesenböschung hoch bis zum ewig nicht näherkommenden Waldrand. Von vorn bekamen wir einen eisigen Gegenwind ab, der uns komplett durchblies. Wie im Windkanal. Ein richtig gutes Training! Nach einer windgeschützten Waldpassage ging’s in Richtung Weberberg. Vorm Aufstieg nahm ich die Stöcke, die sich im Restschnee ab ca. 600 Metern Höhe ganz gut bewährten. Nach dem Weberberg ging’s entlang der Grenze zur Lausche.

Leider mussten wir den Gipfel auslassen, weil der Weg zu vereist war. Ich summte „Oberlausitz, geliebtes Heimatland…“ und war einfach nur glücklich. Es ging weiter an der Grenze entlang, den Cotta-Weg bis zum Falkenstein. Ich liebe diese Passage! Und weiter in Richtung Hochwald und Töpfer, die wir beide umliefen. Kurz vor der Teufelsmühle verpassten wir irgendwo ein Stück Strecke und kürzten so ungewollt ab. Dann ging’s über Olbersdorf langsam zurück nach Zittau. Das Stück im Ort zog sich nochmal mächtig, aber irgendwann waren wir da. Geschafft und glücklich hörte ich meine Stimme plötzlich sagen: „Wer macht die 45 Kilometer noch voll und läuft noch ne kleine Runde?“ Das tolle ist, beim Ultralauf Dresden gibt es noch mehr Verrückte! Katrin und Alex zogen sofort mit. Also ging’s nochmal flott zum Bahnhof und wieder zurück. Die 45 km waren absolviert und wir endgültig im Ziel! 115 Kilometer an zwei Tagen, das reichte mir wahrlich aus!

Was ich unbedingt noch sagen will: Klar ist die sportliche Herausforderung genau der richtige Balsam für den eigenen Ehrgeiz! Aber der Ultralauf Dresden hat auch eine ganz starke soziale Komponente. Es geht nämlich gemeinsam voran! Und das in einer kleinen Gruppe mit ähnlich verrückten Menschen voller Witz und Lebensfreude, immer mit Hartmut als spiritus rector, selbst wenn er grad nicht mitläuft! Ich als Neuling wurde herzlich aufgenommen und konnte von den Erfahreneren viel lernen. Außerdem gibt es ein ganz großartiges Helferteam, das auf seine Art und Weise genauso einen Ultra macht. Dafür einen ganz großen Dank an euch alle!

 

Marcus

Hartmut Kohn

Der Ultralauf 8.0 hat mich wieder das ganze Jahr beschäftigt.

Nachdem die Eckdaten feststanden, ging es mit dem Orga-Team an die Detailplanung. Jeder Einzelne machte einen super Job.

Am Ende erwischte es mich mit dem Leistenbruch kalt. Ich war schachmatt. Die Helfer/innen machten auch ohne mich perfekt weiter. Danke.

Ein wenig hatte ich schon Angst, dass die Läufer am 14.Februar ohne mich loslaufen. Angst ,wie es sich anfühlt: „Zurückbleiben zu müssen“. Ein 100-prozentiges, medizinisches „Ja“  zum Mitlaufen bekam ich nicht.

Die letzten Tage vor dem Ultralauf waren dann orga-technisch nochmal anstrengend. Torsten Eggerichs holte beim Stadtsportbund einen 9-Sitzer ab. Stefan Link holte beim Laufhaus Oderwitz einen 7 Sitzer ab.

Bernd Mizera und ich fuhren zum Citroen Autohaus (PSA Retail Deutschland) auf der Dohnaer Straße in Dresden und nahmen dort einen 7-Sitzer in Empfang. Anschließend ging es ab in die Metro Lebensmittel einholen.

René Hillebrand organisierte das mobile WLAN von E.INFRA mit dem Fahrzeug.

Die vielen Kuchenbäcker (Kerstin Kupka, Daniela, Leonie und Mausi) waren ebenso aktiv.

Beim Packen meines Autos am Vortag stellte ich fest, dass es zu schnell voll wurde, obwohl ein Großteil der Ausrüstung bereits in den anderen Fahrzeugen verstaut war.

Daher habe ich meine Eltern angerufen, damit sie über Klotzsche zum Treffpunkt nach Bühlau fahren, um das restliche Gepäck mit ihrem Auto abzuholen und dann zum Hotel „Dresdner Hof“ zu fahren.

Meine Gedanken gingen immer wieder zu meiner Leiste. Wird sie halten oder nicht. Passieren darf nix. Nur im Bus zu sitzen, dazu hatte ich keine Lust. Mit der Teilstrecke konnte ich mich dann anfreunden.

 

1.Etappe

Am Morgen des Events war ich pünktlich um kurz vor fünf aufgestanden. Meine jüngste Tochter Leonie saß da schon vor dem Spiegel. Dann ging es schnell ins Auto und ab zum Treffpunkt nach Bühlau. Die Läufer trafen im Minutentakt ein.

Nach der Einteilung der Fahrzeuge ging es weiter zum scharfen Laufstart. Außer für mich, denn ich stand noch auf dem Parkplatz. Mit Mut und Sprint habe ich noch einen Platz in einem Auto ergattert.

In Rossendorf ging der Ultralauf 8.0 richtig los. Und ich war zu Fuß dabei! Am 1. Verpflegungpunkt bin ich aus- und ins Helferauto von E.INFRA eingestiegen.

Die Abläufe im Helferteam sind ja klar strukturiert. Jeder hat seine Aufgabe. Da habe ich die Social Media bedient.

Später konnte ich dann nochmal mitlaufen.

Am Abend kamen alle glücklich im Hotel „Dresdner Hof“ in Zittau an.

Auf meiner Laufuhr standen immerhin 23,84 km. Linda und Leonie sammelten die GPS-Tracker von Racemap ein.

 

2. Etappe

Eigentlich wollte ich hier den Streckenguide machen. Thomas Spannaus übernahm diese Aufgabe. So bin ich einfach einige Kilometer mitgelaufen.

Irgendwann schickte mich Thomas in den Bus. Ich war zwar darüber platt, sagte mir aber, er hat irgendwie Recht. Jens machte gemeinsam mit Franz und Linda Party im Auto, so dass mir die Ohren wackelten. So kam ich aber auf andere Gedanken.

Franz Schulz baute an jedem VP das WLAN von E.INFRA auf. So konnten wir Berichte, Fotos und Videos zeitnah und in einer superschnellen Geschwindigkeit posten.

Am Abend gab wieder gutes Essen und Physio (Mobile Massage Christine König, Physiotherapie Oststraße Zittau).

21,60 km standen nach der 2. Etappe auf der Uhr.

 

3. Etappe

Nach den Glückwünschen zu meinem Geburtstag ging es um 5.45 Uhr zum Frühstück. Jens war Streckenguide und machte seine Aufgabe hier gut. Leonie und Linda teilten die GPS-Tracker wieder aus. Simone Böer zählte die Läufer, als zusätzliche Sicherungsmaßnahme.

Ich lief am Anfang einige Kilometer mit und setzte mich dann wieder in den E.INFRA Bus.

Am VP 30 stieg ich wieder ein und wollte eigentlich bis ins Ziel mitlaufen. 3 km vor dem VP 32 meldete sich meine Leiste wieder. Schade, am VP dann wieder brav in den Bus gesetzt.

Ein Blick auf Racemap zeigte mir dann, das die Läufer die Originalstrecke kurzzeitig verlassen hatten. Am nächsten VP gab es eine kurze Lagebesprechung dazu.

Weiter ging es im Text.

20,42 km bin ich auf der 3. Etappe gelaufen.

Den Zieleinlauf habe ich leider verpasst.

Am Ende standen nach den drei Etappen 65,86 km auf meiner Uhr. Mir hat es super gut gefallen.

Die Läufer und das Helferteam waren eine hervorragende Gruppe.

Ich möchte mich bei allen, die zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen haben, bedanken.

 

Ich hoffe, dass es 2021 wieder so abläuft…

 

Hartmut

Spendenziele Ultralauf 8.0

Die Spenden für den Ultralauf 8.0 sollten tragischen Kinderschicksalen zugutekommen. Viele von uns haben selbst Kinder und gemeinnützige Vereine können die Spenden immer gut gebrauchen aber warum hatten wir für 2020 zwei Spendenziele?

Die schnelle Antwort ist, dass wir uns einfach nicht entscheiden konnten und daher einfach beide Vereine als Spendenziel aufgenommen haben. Der Jugendhospizdienst in Dresden kann jede Spende für seine noch umzusetzenden Ziele und Projekte gebrauchen. Hartmut Kohn möchte zusammen mit dem Wolfskinderverein 2020 in Dresden eine Ausstellung organisieren und dazu wird jeder Cent benötigt (siehe dazu auch www.hartmut-kohn.de). 

Jeder konnte frei entscheiden ob er für beide oder nur für ein Spendenziel seinen Beitrag leisten möchte.

Ambulanter Kinder- und Jugendhospizdienst Dresden

Wir begleiten Kinder und Jugendliche mit einer lebensverkürzenden Erkrankung und deren Familien. Ehrenamtliche Mitarbeiter/innen stehen langfristig, häufig über Jahre, den erkrankten Kindern und ihren Geschwistern in ihrem häuslichen Umfeld zur Seite. Sie hören zu, gehen mit den Kindern spazieren, spielen und schaffen so den Eltern Freiräume. Unsere Beratung und Begleitung sind für die betroffenen Familien kostenlos. Wir sind in Dresden und bis zu 50 Kilometer im Umland tätig.

Wir sind zum großen Teil auf Spenden angewiesen, die wir in unserer laufenden Arbeit einsetzen. So zum Beispiel für die Fahrkostenerstattung der Ehrenamtlichen, Eintrittsgelder für einen Ausflug oder die Finanzierung unseres Geschwisterprojekts, was wir aller 2 Monate an einem Samstag im Büro anbieten. Wir danken herzlich für jede Spende – egal ob groß oder klein. Jeder Betrag hilft.

Ambulanter Kinder- und Jugendhospizdienst Dresden
Nicolaistraße 28 (6.Etage)
01307 Dresden
Tel.: 0351/3146472   Fax: 0351/3146473
Email: dresden@deutscher-kinderhospizverein.de
Ansprechpartner: Ulrike Richter, Heike Lebelt und Susanne Wetzel (Koordinatorinnen)

Spendenkonto für unseren Dienst in Dresden:
Empfänger: Deutscher Kinderhospizverein eV
Ostsächsische Sparkasse Dresden
IBAN: DE02 8505 0300 3200 0291 95
BIC: OSDDDE81XXX
Verwendungszweck: Ultralauf 8.0 / Name + Adresse (für die Spendenquittung)

Wolfskinder-Geschichtsverein e.V.

Definition: “Wolfskinder” ist die Bezeichnung für anhanglose deutsche Kinder und Jugendliche, die im Frühjahr 1947 dem drohenden Hungertod im nördlichen Ostpreußen zu entgehen versuchten, aus diesem Grund in Litauen in außerdeutsche Zusammenhänge gerieten und infolgedessen ihre Herkunft zeitweise oder mit Hilfe einer neuen Identität gar dauerhaft verschleiern mussten.

Neuformulierung im Februar 2014 aus folgenden Gründen:

  • präzisieren, dass Wolfskinder-Biografien nicht zu Kriegsende, sondern erst in den Folgejahren entstanden sind
  • verdeutlichen, dass der Wolfskinder-Begriff weder auf Flüchtlingskinder noch verallgemeinernd auf Kriegskinder angewendet werden kann
  • unterstreichen, dass Wolfskinder-Biografien für ihre angemessene Interpretation in den Kontext der litauisch-ostpreußischen Nachbarschaft zu setzen sind.

 

Spendenkonto:
Empfänger: Wolfskinder.Geschichtsverein e.V.
Berliner Volksbank
IBAN: DE19 1009 0000 7271 6980 08
BIC: BEVODEBBXXX
Verwendungszweck: Ultralauf 8.0 / Name + Adresse (für die Spendenquittung)

Die Spenden die der Wolfskinder Geschichtsverein bekommt, werden für eine Ausstellung über die Wolfskinder in Sachsen verwendet. Der Verein ist berechtigt für Spenden Zuwendungsbestätigungen auszustellen. 

Bei Spenden bis 200 € genügt als Nachweis für die Spende eine Kopie des Bareinzahlungsbeleges oder der Buchungsbestätigung eines Kreditinstitutes. Bei höheren Spenden sendet der Verein Ihnen eine Spendenbescheinigung zu.